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Biografie

Walter Jonas, um 1965

Biografie Walter Jonas
Jonas, Walter Hermann.
*27.3.1910 Oberursel (D), †12.6.1979 Zürich (Schweiz).
Maler und Grafiker. Schöpfer der urbanistischen Vision Intrapolis. Kunstkommentator, Kunstkritiker und Kunsterzieher. Buchillustrationen.
Walter Jonas ist deutscher Herkunft und übersiedelt mit seinen Eltern im Geburtsjahr nach Baden. Der Vater ist Patentingenieur bei Brown Boveri & Co.
Nach der Maturität in Zürich 1929-1932 Besuch der Reimannschen Kunstschule Berlin, Meisterschüler des Brücke-Mitglieds Moritz Melzer. Studienreisen nach Südfrankreich, Korsika und Spanien.
1932 Umzug nach Paris. Mitglied der internationalen Künstlergemeinschaft Porza. Bekanntschaft mit Robert Delaunay, Albert Marquet, Otto Freundlich und Antoine de Saint-Exupéry.
1935 Rückkehr nach Zürich. Bis zum Krieg Reisen nach Dalmatien und Korsika, teilweise in Begleitung von Zoran Music und Albert Marquet.
1939-1944 wiederholt Militärdienst. Hinwendung zu klassischen Themen: Radierungen zur Zauberflöte, Aquatintaradierungen zu Judith nach Friedrich Hebbel, zum Gilgamesch-Epos, zum Buch einer Nacht mit Werner Y. Müller und Friedrich Dürrenmatt. Jonas' Atelier wird zum Treffpunkt von Literaten, Künstlern, Wissenschaftlern.
1942 Heirat mit Rosa Maria Kemmler. Jonas gibt Zeichenunterricht. Zu seinen Schülern gehören Carlotta Stocker, Alex Sadkowsky, Walter Grab.
1948 nahm Jonas auf Einladung italienischer Maler an der 24. Biennale di Venezia teil. In den folgenden Jahren reiste Jonas nach Nordafrika (1949) und Indien (1951). Die Indienreise und die östliche Geisteswelt beeinflussten ihn und sein Werk nachhaltig.

Ausschnitt aus einer TV-Sendung aus dem Jahre 1958. CLICKEN Sie hier.

(Tunis).
1951 Reise nach Indien auf der Suche nach einem verschollenen Künstlerfreund. Längerer Aufenthalt in Almora. Entstehung einer wichtigen Werkreihe.
Entscheidende Erfahrungen vermittelt ihm die Auseinandersetzung mit der östlichen Geisteswelt, die sich in einem Expressionismus eigener Prägung ausdrückt.
Ab 1952 Intensive literarische Tätigkeit, auch als Feuilletonist und Kunstkritiker für Die Tat, NZZ, Werk, Weltwoche, Zürcher Woche.
Ab 1954 Kunstkommentator für das neu entstandene Schweizer Fernsehen. 1955 Einzelausstellung im Kunstmuseum St. Gallen.
1957 Reise nach Spanien, 1958 nach Brasilien, Auftakt zu einer wichtigen Werkreihe.
1958 Einzelausstellungen im Museu de Arte Moderna, São Paulo, und im Helmhaus Zürich. Entwicklung der Idee der Intrapolis (Trichterstadt), einer Vision für eine neue, menschenwürdige und ökologische Städteform.
1960 Verleihung des Gleyre-Preises durch den Bund.
1963 zweite Reise nach Brasilien.
1962 Publikation des Buches Das Intrahaus - Vision einer Stadt. Die Idee der Intrapolis findet weltweit Anerkennung. Zahlreiche Publikationen und internationale Vortragstätigkeit. 1965 Gründungsmitglied der GIAP (Groupe International d'Architecture Prospective) zusammen mit Michel Ragon, Yona Friedmann und Nicolas Schoeffer.
1967 Ausarbeitung des Projektes eines schwimmenden Kulturzentrums für Zürich.
Bis 1975 zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland, insbesondere bei Chichio Haller, Zürich.
Nach 1975 Fortschreiten einer zermürbenden Krankheit. Gedenkausstellungen 1980 im Kunsthaus Zürich und 1985-86 im Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon